Goldene Regeln für Wasserwanderer
1. Achten Sie darauf, dass der Kanuverleiher Ihnen vor Beginn Ihrer Tour
eine ausführliche Einweisung in die Technik des Kanufahrens gibt, Ihnen
die örtlichen Gegebenheiten und naturräumlichen Bedingungen erläutert.
2. Vermeiden Sie das Befahren von Uferböschungen, Schilfgürteln und
Auenwäldern mit reicher Krautschicht. Bedenken Sie immer, das
Schilfbestände, Schwimmblattpflanzen (z.B. Seerosen), bewachsene
Uferabschnitte und Flachwasserbereiche nicht nur die Heimat von
teilweise bedrohten Pflanzenarten sind, sondern auch Brut- und
Aufzuchtgebiete vieler Tierarten. Beobachten und fotografieren Sie die
Tiere immer aus einiger Entfernung.
3. Nähern Sie sich auch von Land her nicht Schilfgürteln und der
sonstigen dichten Ufervegetation, um auch hier den Lebensraum von
Vögeln, Fischen, Kleintieren und Pflanzen nicht zu stören.
4. Befolgen Sie in Naturschutzgebieten unbedingt die geltenden
Vorschriften.
5. Zum Einsetzen und Anlanden nutzen Sie bitte nur die dafür
vorgesehenen Plätze. Bitte verbringen Sie auch die kleinen Pausen
zwischendurch nur auf dafür vorgesehenen Rastplätzen. Übernachten Sie
nur an ausdrücklich dafür gekennzeichneten Stellen.
6. Hinterlassen Sie den Naturerholungsraum Ruhr immer so, wie Sie ihn
anzutreffen wünschen. Entsorgen Sie Ihren Abfall an den dafür
vorgesehenen Stellen. Unterwegs sammeln Sie ihn bitte in den im Boot
befindlichen Sammelbehältern. Helfen Sie, das Wasser sauber zu halten.
7. Wenn Sie anlanden halten Sie auch Ihren Lagerplatz sauber und nehmen
allen Abfall wieder mit.
8. Eine besondere sportliche Herausforderung sind die zahlreichen
Bootsgassen entlang des Wasserwanderweges Ruhr. Hier haben Sie in der
Regel die Möglichkeit, entweder in der Bootsgasse im Boot sitzend zu
rutschen oder aber auszusteigen und das Kanu an der Leine durch die
Treidelgasse zu führen. Bestimmte Wehre können Sie nur überwinden, indem
Sie aussteigen und das Boot umtragen. Bitte
überschätzen Sie sich und Ihre Crew nicht, wählen Sie stets
entsprechend Ihrer körperlichen Kondition die sichere Variante, die
Hindernisse zu überwinden. Wenn Sie die Ruhr noch nicht kennen,
sehen Sie sich schwierige Stellen, wie z.B. Stromschnellen oder Wehre
immer erst von Land aus an, bevor Sie sie befahren. Haben Sie die
geringsten Zweifel über die Befahrbarkeit des Hindernisses, sollten Sie
nicht den wagemutigen Abenteurer spielen, sondern das Boot an Land
umtragen.
9. Nicht nur wegen dieser Gefahrenmomente, sondern
zu Ihrer allgemeinen Sicherheit müssen Sie stets die Schwimmwesten
anlegen.
10. Verzichten Sie auf eine Bootsfahrt, wenn die Ruhr Hochwasser und
damit eine erhöhte Strömungsgeschwindigkeit hat. Die aktuellen
Wasserstände der Ruhr finden Sie unter http://www.ruhrverband.de/mm/index.html
„Gewässerpegel - Durchflussganglinie“ für die Pegel Wetter oder
Hattingen. Ab einer Durchflussgröße von 190 cm3/sec. ist von einer
Bootsfahrt abzusehen. Bei Hochwasser der Ruhr wird auf die damit
verbundenen Gefahren durch die erhöhte Strömungsgeschwindigkeit
hingewiesen; ab einer Durchflussgröße von 190 cm3/sec bzw. einem
Wasserstand von mehr als 3,58 m darf nicht mehr gepaddelt oder gerudert
werden; für den Baldeneysee gilt eine Höchstmarke von 4,31 m.
Zusätzlich gilt die Wasserstands-Richtlinie
von Lenne-Ruhr-Kanu-Tour:
Ungeführte Touren können ab einem Pegel Hattingen von 250cm nicht
stattfinden! Sie können a) den Termin umbuchen oder b) die Tour, in
Absprache mit uns, in eine begleitete Tour umbuchen
11. Auf bestimmten Abschnitten der Ruhr und auf den Ruhrseen verkehrt
neben den Wasserwanderern auch die Personenschifffahrt. Hier gilt
grundsätzlich: diese Schiffe haben Vorfahrt und es gilt rechts vor
links. Vermeiden Sie daher bitte Gefahrensituationen, indem Sie
reichlich Abstand halten und achten Sie insbesondere darauf, nicht in
die Bugwelle zu geraten, die Ihr Kanu in starkes Schwanken bringen wird.
Die Anlegestellen der Fahrgastschiffe dürfen nicht zum Anlegen von
Kanufahren genutzt werden.
12. Auf der Ruhr dahin zu gleiten, die Zeit zu vergessen, sich von der
wechselhaften Landschaft verzaubern zu lassen, Stille zu genießen- ein
Traum den sich immer mehr Menschen erfüllen. Braucht man da noch
Alkohol? Um den Genuss der Kanufahrt selber unbeschadet zu überstehen
und andere Menschen nicht zu gefährden, sollten Sie unbedingt darauf
verzichten. Der Genuss von Alkohol kann zwar die Stimmung heben, Sie
jedoch in Krisensituationen sehr hilflos machen.
13. Nehmen Sie auch auf andere Besucher des Ruhrtals Rücksicht.
Vermeiden Sie Lärm, da sich dadurch nicht nur die Tiere gestört fühlen.
Sorgen Sie durch umsichtiges Verhalten dafür, dass alle Gäste ihren
Besuch auf und an dem Wasser genießen können.
14. Sollten Sie bei einem der zahlreichen Wassersportvereine entlang der
Ruhr oder an den Ruhrseen eine Rast einlegen wollen, fragen Sie bei den
Vereinsmitgliedern freundlich an, ob es gestattet ist, das Gelände zu
betreten. Bei vielen Vereinen sind Gäste sehr willkommen. Manche bieten
auf ihrem Vereinsgelände auf Nachfrage hin auch die Möglichkeit zum
Zelten an.
15. Machen Sie sich diese Regeln zu eigen, informieren Sie sich vor
Ihren Fahrten über die für Ihre Fahrstrecke bestehenden Bestimmungen.
Sorgen Sie dafür, dass diese Kenntnisse und Ihr Eigenes vorbildliches
Verhalten gegenüber der Umwelt auch an die Jugend und vor allem an
nichtorganisierte Wassersportler weitergegeben werden.
16. Alle wichtigen Informationen, die Sie für eine sichere und gelungene
Fahrt auf der Ruhr benötigen finden Sie auf der „Wasserwanderkarte
Ruhr“ die wir Ihnen bei Fahrtantritt kostenlos zur Verfügung stellen.
